WordPress Sicherheit – wichtige Tipps für eine sichere Website
WordPress ist das meistgenutzte Content-Management-System der Welt. Genau das macht es aber auch zu einem beliebten Ziel für Hacker, Bots und automatisierte Angriffe. Viele Betreiber glauben fälschlicherweise, dass kleine Blogs oder private Websites uninteressant seien. In der Realität ist das Gegenteil der Fall: Gerade schlecht gesicherte WordPress-Seiten werden massenhaft automatisiert angegriffen.
In diesem Artikel erfährst du, warum WordPress Sicherheit so wichtig ist, welche Risiken bestehen und wie du deine Website Schritt für Schritt absichern kannst. Dabei geht es nicht nur um Plugins, sondern um ein ganzheitliches Sicherheitsverständnis – von der Installation bis zum laufenden Betrieb.
Warum WordPress Sicherheit so wichtig ist
Eine unsichere WordPress-Seite ist nicht nur dein eigenes Problem. Sie kann für Spam, Phishing, Malware-Verbreitung oder DDoS-Angriffe missbraucht werden. Oft merken Website-Betreiber gar nicht, dass ihre Seite kompromittiert wurde. Stattdessen fällt es erst auf, wenn Google die Seite als unsicher markiert oder der Hoster den Account sperrt.
Ein erfolgreicher Angriff kann unter anderem folgende Folgen haben:
- Verlust von Besuchern und Vertrauen
- Schlechtere Google-Rankings oder komplette Deindexierung
- Missbrauch deiner Seite für Spam oder Schadsoftware
- Datenverlust oder Manipulation von Inhalten
- Hohe Kosten für Wiederherstellung und Bereinigung
WordPress Sicherheit bedeutet also nicht nur Technik, sondern auch Schutz deiner Arbeit, deiner Zeit und deiner Reputation.
Häufige Angriffsmethoden auf WordPress-Websites
Um WordPress richtig abzusichern, solltest du verstehen, wie Angreifer vorgehen. Die meisten Angriffe erfolgen nicht gezielt, sondern automatisiert. Bots scannen das Internet nach verwundbaren WordPress-Installationen.
Sehr häufig sind sogenannte Brute-Force-Angriffe. Dabei versuchen Angreifer, sich über das Login-Formular mit tausenden Passwort-Kombinationen anzumelden. Wenn Benutzername und Passwort schwach sind, dauert es oft nur Minuten bis zum erfolgreichen Zugriff. Benutze am besten keinen Account mit dem Namen „admin“.
Eine weitere große Gefahr sind veraltete Plugins oder Themes. Sicherheitslücken in Erweiterungen sind eine der häufigsten Ursachen für gehackte WordPress-Seiten. Sobald eine Schwachstelle öffentlich bekannt ist, wird sie automatisiert ausgenutzt.
Auch unsichere Server-Konfigurationen, falsch gesetzte Dateirechte oder Schadcode über kompromittierte FTP-Zugänge spielen eine große Rolle.
WordPress immer aktuell halten
Eine der wichtigsten Maßnahmen für WordPress Sicherheit ist gleichzeitig eine der einfachsten: regelmäßige Updates. WordPress selbst wird aktiv weiterentwickelt und Sicherheitslücken werden oft sehr schnell geschlossen.
Das gilt nicht nur für den WordPress-Core, sondern auch für Plugins und Themes. Jede veraltete Erweiterung stellt ein potenzielles Einfallstor dar. Viele Angriffe nutzen bekannte Sicherheitslücken, für die es längst Updates gibt.
Idealerweise solltest du Updates zeitnah installieren und automatische Updates zumindest für Sicherheitsversionen aktivieren. Bei größeren Seiten empfiehlt es sich, Updates zuerst in einer Staging-Umgebung zu testen.
Sichere Zugangsdaten und Benutzerverwaltung
Ein überraschend großer Teil der WordPress-Hacks gelingt durch schwache Zugangsdaten. Einfache Passwörter oder der Benutzername „admin“ sind immer noch weit verbreitet.
Ein sicheres Passwort sollte lang, einzigartig und zufällig sein. Passwort-Manager helfen dir dabei, komplexe Passwörter zu erstellen und zu verwalten. Dasselbe gilt für FTP-, Datenbank- und Hosting-Zugänge.
Auch die Benutzerrollen spielen eine wichtige Rolle. Jeder Benutzer sollte nur die Rechte haben, die er wirklich benötigt. Redakteure müssen keine Administratoren sein, und alte Benutzerkonten sollten regelmäßig überprüft und entfernt werden.
Login-Bereich absichern
Der Login-Bereich ist eines der häufigsten Ziele von Angriffen. Deshalb solltest du ihn besonders schützen. Eine einfache, aber effektive Maßnahme ist die Begrenzung von Login-Versuchen. So werden Brute-Force-Angriffe deutlich erschwert.
Zusätzlich kannst du eine Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren. Dabei wird neben dem Passwort ein zusätzlicher Code benötigt, zum Beispiel aus einer Authenticator-App. Selbst wenn ein Passwort kompromittiert wird, bleibt der Zugriff geschützt.
Auch das Ändern der Login-URL kann automatisierte Angriffe reduzieren. Es ersetzt keine echte Sicherheit, sorgt aber dafür, dass Standard-Bots ins Leere laufen.
WordPress Sicherheit durch Plugins
Sicherheits-Plugins sind ein wichtiger Bestandteil einer guten Absicherung, sollten aber nicht die einzige Maßnahme sein. Gute Sicherheits-Plugins überwachen Login-Versuche, scannen Dateien auf Schadcode und blockieren verdächtige IP-Adressen.
Beliebte Funktionen solcher Plugins sind:
- Firewall für WordPress
- Malware-Scanner
- Login-Schutz und Zwei-Faktor-Authentifizierung
- Benachrichtigungen bei verdächtigen Aktivitäten
Wichtig ist, nicht mehrere Sicherheits-Plugins gleichzeitig zu verwenden, da sie sich gegenseitig behindern können. Entscheide dich für eine Lösung und konfiguriere sie sorgfältig.
Sichere Plugins und Themes verwenden
Nicht jedes Plugin im WordPress-Repository ist automatisch sicher. Achte darauf, nur Plugins zu installieren, die regelmäßig aktualisiert werden, gute Bewertungen haben und von vertrauenswürdigen Entwicklern stammen.
Themes spielen ebenfalls eine große Rolle für die Sicherheit. Veraltete oder schlecht programmierte Themes können Sicherheitslücken enthalten, selbst wenn WordPress und Plugins aktuell sind.
Installiere nur Erweiterungen, die du wirklich benötigst. Jede zusätzliche Komponente erhöht die potenzielle Angriffsfläche deiner Website.
Dateirechte und Server-Sicherheit
WordPress Sicherheit endet nicht im Admin-Bereich. Auch der Server spielt eine entscheidende Rolle. Falsch gesetzte Dateirechte können es Angreifern ermöglichen, Schadcode hochzuladen oder Dateien zu verändern.
Standardmäßig sollten Dateien nicht beschreibbar sein, wenn es nicht unbedingt notwendig ist. Besonders sensibel sind Konfigurationsdateien wie die wp-config.php, da sie Datenbank-Zugangsdaten enthalten.
Ein guter Hosting-Anbieter* kümmert sich um grundlegende Sicherheitsmaßnahmen wie Firewalls, regelmäßige Updates und Server-Monitoring. Billiges Hosting kann hier schnell zum Sicherheitsrisiko werden.
HTTPS und sichere Datenübertragung
HTTPS ist heute Pflicht, nicht nur aus SEO-Sicht, sondern auch für die Sicherheit. Ohne SSL-Zertifikat werden Login-Daten unverschlüsselt übertragen und können theoretisch abgefangen werden.
Ein gültiges SSL-Zertifikat schützt die Verbindung zwischen Browser und Server. Viele Hoster bieten kostenlose Zertifikate an, die sich einfach aktivieren lassen.
Nach der Umstellung auf HTTPS solltest du sicherstellen, dass alle Inhalte über HTTPS ausgeliefert werden, um sogenannte Mixed-Content-Warnungen zu vermeiden.
Backups als letzte Sicherheitslinie
Auch die beste Sicherheitsstrategie bietet keinen hundertprozentigen Schutz. Deshalb sind regelmäßige Backups extrem wichtig. Ein Backup ist deine letzte Rettung, wenn doch einmal etwas schiefgeht.
Backups sollten automatisiert, regelmäßig und an einem externen Ort gespeichert werden. Idealerweise hast du mehrere Versionen, sodass du nicht auf ein bereits kompromittiertes Backup zurückgreifen musst.
Teste gelegentlich die Wiederherstellung, damit du im Ernstfall weißt, dass alles funktioniert.
Malware erkennen und entfernen
Manchmal wird eine WordPress-Seite gehackt, ohne dass es sofort auffällt. Typische Anzeichen sind plötzliche Weiterleitungen, Spam-Links im Quellcode oder Warnungen von Browsern und Suchmaschinen.
Sicherheits-Plugins können helfen, Malware frühzeitig zu erkennen. Zusätzlich lohnt sich ein Blick in die Server-Logs und die Dateien, besonders wenn sich etwas ungewöhnlich verhält.
Wenn deine Seite kompromittiert wurde, solltest du schnell handeln: Passwörter ändern, Schadcode entfernen, Backups prüfen und die Sicherheitslücke schließen.
Sicherheit als laufenden Prozess verstehen
WordPress Sicherheit ist kein einmaliges Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess. Neue Sicherheitslücken, neue Plugins und neue Angriffsmethoden erfordern ständige Aufmerksamkeit.
Wenn du grundlegende Regeln beachtest, Updates ernst nimmst und deine Website regelmäßig überprüfst, reduzierst du das Risiko erheblich. Absolute Sicherheit gibt es nicht, aber du kannst es Angreifern so schwer wie möglich machen.
Was tun, wenn es doch passiert ist?
Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann es passieren, dass eine WordPress-Website gehackt wird. Das ist ärgerlich, aber kein Grund zur Panik. Entscheidend ist, wie schnell und strukturiert du reagierst. Viele Folgeschäden entstehen nicht durch den Hack selbst, sondern durch falsches oder zu spätes Handeln.
Der erste Schritt ist, die Website möglichst schnell in einen sicheren Zustand zu versetzen. Wenn dein Hoster eine Wartungsseite oder eine temporäre Sperre anbietet, kann es sinnvoll sein, die Seite kurzzeitig offline zu nehmen. So verhinderst du, dass Besucher Schaden nehmen oder Suchmaschinen weitere infizierte Inhalte erfassen.
Als Nächstes solltest du alle Zugangsdaten ändern. Das betrifft nicht nur den WordPress-Admin-Zugang, sondern auch FTP-Zugänge, Datenbank-Passwörter, Hosting-Logins und E-Mail-Konten, die mit der Website verbunden sind. Wichtig ist, dabei wirklich neue, sichere Passwörter zu verwenden und nicht nur kleine Abwandlungen der alten.
Anschließend geht es darum, den Schadcode zu identifizieren und zu entfernen. Sicherheits-Plugins können helfen, manipulierte Dateien oder fremden Code zu finden. Besonders häufig betroffen sind Core-Dateien, Plugin-Ordner und das aktive Theme. Auch die Datenbank sollte überprüft werden, da dort oft versteckte Spam-Links oder Weiterleitungen hinterlegt sind.
Wenn du ein sauberes Backup hast, ist die Wiederherstellung oft der schnellste und sicherste Weg. Wichtig ist, dass das Backup aus einer Zeit stammt, bevor der Angriff stattgefunden hat. Nach dem Einspielen des Backups musst du unbedingt die ursprüngliche Sicherheitslücke schließen, sonst ist die Seite schnell erneut kompromittiert.
In vielen Fällen lohnt es sich, die Server-Logs zu prüfen. Dort kannst du oft erkennen, wie der Angreifer Zugriff erhalten hat, zum Beispiel über ein veraltetes Plugin oder unsichere Login-Daten. Diese Erkenntnisse sind wichtig, um ähnliche Angriffe in Zukunft zu verhindern.
Wenn Google oder Browser deine Website als unsicher markieren, solltest du nach der Bereinigung eine Sicherheitsüberprüfung beantragen. So kannst du Sperren und Warnhinweise schneller entfernen und Vertrauen bei Besuchern zurückgewinnen.
Falls du unsicher bist oder der Schaden größer ist, kann es sinnvoll sein, einen professionellen WordPress-Sicherheitsdienst oder deinen Hoster einzubeziehen. Gerade bei geschäftskritischen Websites spart das oft Zeit, Nerven und langfristig auch Geld.
Notfall-Checkliste bei gehacktem WordPress
Wenn es schnell gehen muss, hilft eine klare Checkliste. Die folgenden Punkte geben dir eine sinnvolle Reihenfolge an die Hand, um im Ernstfall nichts Wichtiges zu vergessen.
Sofortmaßnahmen:
- Website vorübergehend offline nehmen oder Zugriff einschränken
- Hosting-Anbieter informieren
- Alle Passwörter ändern (WordPress, FTP, Datenbank, Hosting, E-Mail)
Analyse & Wiederherstellung:
- Letztes sauberes Backup identifizieren
- WordPress-Core-Dateien neu installieren
- Verdächtige Dateien und unbekannte Skripte entfernen
- Plugins und Themes aktualisieren oder ersetzen
Sicherheitslücken schließen:
- Veraltete Plugins und Themes löschen
- Sicherheits-Plugin installieren oder neu konfigurieren
- Login-Schutz und Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren
- Dateirechte überprüfen
Nachbereitung:
- Website gründlich testen (Frontend & Backend)
- Google Search Console auf Sicherheitswarnungen prüfen
- Sauberes Backup erstellen
- Sicherheitsstrategie dauerhaft verbessern
Diese Checkliste ersetzt keine tiefgehende Analyse, hilft dir aber, in einer Stresssituation strukturiert zu handeln und nichts Wichtiges zu übersehen.
Fazit: WordPress Sicherheit zahlt sich aus
Eine sichere WordPress-Website schützt nicht nur deine Inhalte, sondern auch deine Besucher, deine Rankings und deinen Ruf. Viele Sicherheitsprobleme entstehen durch Nachlässigkeit oder fehlendes Wissen – nicht durch hochkomplexe Angriffe.
Wenn du WordPress Updates durchführst, sichere Zugangsdaten verwendest, auf gute Plugins setzt und regelmäßige Backups erstellst, bist du bereits sehr gut aufgestellt. Sicherheit ist keine Bremse, sondern eine Investition in die Zukunft deiner Website.

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